Hotelmelderecht (Deutschland) seit 1.1.2025
Zum 1. Januar 2025 wird die besondere Meldepflicht in Beherbergungsstätten gem. § 29 - 30 Bundesmeldegesetz (BMG) für deutsche Staatsangehörige entfallen. Für Gäste ohne deutsche Staatsbürgerschaft bleibt die Meldepflicht bestehen
Trotz "Abschaffung" der Meldepflicht besteht weiterhin die Verpflichtung zur Erhebung der Kur- bzw. Gastbeiträge und der Anmeldung ebendieser in Form eines Meldescheins beim zuständigen Ort. Für die korrekte Ermittlung der Gastkategorie (erforderlich für die korrekte Erhebung der Kur- bzw. Gastbeiträge) ist in der Regel zumindest das Geburtsdatum erforderlich. Bei manchen Gästekategorien (z.B. Schwerbeschädigte) sind zudem weitere Datenfelder zwingend erforderlich.
Sofern Gästekarten ausgestellt werden, sind in der Regel auch weitere Daten, wie der vollständige Gastname, zwingend erforderlich. Im Falle einer elektronischen Gästekarte ist auch die E-Mail-Adresse zu erheben.
Überdies haben viele Orte individuelle Satzungen zu Erhebung zusätzlicher Daten (Straße, Hausnummer, PLZ, Ort, etc.) erlassen.
Anstatt den Meldeprozess zu vereinfachen, ist davon auszugehen, dass es zunehmend zu Diskussionen mit Gästen kommen wird, warum sie einen Meldeschein ausfüllen müssen, wo doch die Medien berichtet hätten, dass die Meldepflicht für deutsche Staatsbürger abgeschafft wurde.
Zudem gilt die Ausnahme ausschließlich für deutsche Staatsbürger, nicht aber für in Deutschland wohnhafte Ausländer (auch nicht für EU-Ausländer). Das bedeutet, dass Sie eigentlich bei jeder Person (nicht nur beim Hauptgast) einen Ausweis verlangen müssen, um festzustellen, welche Staatsbürgerschaft der Gast hat. Denn am Ende tragen Sie als Hotelier die Verantwortung, wenn die Meldung nicht korrekt durchgeführt wurde.
Diese vermeintliche Erleichterung führt also zu einer weiteren Verkomplizierung des Hotelmelderechts und zu einem Mehraufwand im täglichen Betrieb des Hotels.